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Diese Möglichkeit bieten vorzugsweise anerkannte Beratungsstellen unter staatlicher, kommunaler oder freier Trägerschaft.

Von postpartalen/peripartalen Krisen betroffene Mütter und deren Angehörige finden in Schwangerenberatungsstellen und Psychosozialen Beratungsstellen / Sozialpsychiatrischen Diensten fachkompetente AnsprechpartnerInnen. In diesen ambulanten Beratungsstellen arbeiten überwiegend Diplom-SozialpädagogInnen, teilweise auch Diplom-PsychologInnen. Ein großer Vorteil dieser Stellen ist, dass die Beratung, die in aller Regel kostenfrei angeboten wird, sehr zeitnah möglich ist (zeitnah bedeutet hier innerhalb weniger Tage bis Wochen). Eine ärztliche Überweisung ist ebenfalls nicht nötig. Überdies betreiben die jeweiligen Träger häufig auch Außenstellen im ländlichen Raum, die somit meist gut und schnell erreichbar sind. Neben ersten Informationen sowie der Vernetzung mit anderen Fachleuten vor Ort, bieten diese Beratungsstellen nach Bedarf und Ausprägung auch längerfristige Beratungen in Form von Einzelgesprächen an. Je nach Kapazität und Nachfrage sind grundsätzlich auch Gruppenangebote möglich. Die BeraterInnen unterliegen der Schweigepflicht.

Glücklicherweise benötigt nicht jede postpartal erkrankte Frau eine stationäre psychiatrische Behandlung oder auch eine längerfristige Psychotherapie. Vielen betroffenen Müttern kann mit ambulanten Beratungsgesprächen bereits sehr gezielt und gut geholfen werden, nur leider ist diese Form der professionellen Hilfe nach wie vor im Zusammenhang mit peripartalen seelischen Erkrankungen wenig bekannt. So wissen beispielsweise nur wenige (werdende) Eltern und auch Fachleute, dass die Zuständigkeit der meisten Schwangerenberatungsstellen bis zum vollendeten 3.Lebensjahr des Kindes reicht, somit also genau den Zeitraum umfasst, der für peri- und postpartale Erkrankungen relevant ist. Wenn es schwerpunktmäßig um die Bindungsförderung zwischen Mutter/Vater und Baby geht, bieten im Übrigen auch Erziehungsberatungsstellen und Frühförderstellen fachliche Unterstützung.

Die Adressen der jeweiligen Beratungsstellen vor Ort finden Sie unter den oben genannten Bezeichnungen im örtlichen Telefonbuch, im Internet sowie teilweise auch auf der Liste der niedergelassenen Fachleute.